Für Frieden

Artikel: Münstersche Zeitung, 24.10.2023

SEID VEREINT

– Für meinen Sohn –

Nein zum Krieg!
schrieb an die Tafel
ein Mädchen aus der Unterstufe.

Lief der Lehrer zum Direktor,
der Direktor zur Polizei und
die Foltergeräte setzten in Bewegung.

Der Richter rief den Staat,
Zu Befehl riefen die Gottesvertreter.
Nehmt sie fest!

Sofort verblasst Deine Farbe.
Du fragst mein Sohn,
warum es keine Freiheit gäbe.

Niemandem ist geholfen mit diesen Worten,
wenn die Religion betäubend ist,
und das Volk ein Staat mit Opium.

Schreib Dir groß auf die Stirn:
Nein zum Krieg! Nein zur Folter!
Auch Dich sollen sie dann verhaften,
damit ihr vereint seid.

Molla Demirel

Münsters friedenstiftende MSOs

Der traditionsreiche Migrant:innenselbstorganisationstag findet nun seit 15 Jahren in Münster statt und dient u.a. dem fachlichen Austausch und der Vernetzung aller Akteur:innen der migrationsspezifischen Arbeit wie den MSOs, NGOs, der Verwaltung, Politik, Bildungseinrichtungen, Wohlfahrtsverbänden und der Zivilgesellschaft. So ist es das oberste Ziel dieser Akteur:innen, insbesondere der in Münster überaus engagierten MSOs die Lebenssituation der Menschen in Münster und über die Grenzen dieser Stadt hinaus zu verbessern. Der Radio-Kaktus Münster e.V. und das Internationale Kinderspielzeugmuseum Münster – M. Demirel Kulturstiftung setzen sich dies seit über vier Jahrzenten zur Aufgabe – Soziale Arbeit durch Kultur, Kunst und Medien im Sinne eines friedlichen, gerechten Miteinanders – frei von Ausgrenzung und Ungleichbehandlung unabhängig der kulturellen und strukturellen Herkunft eines jeden Menschen.
Genau Heute am 24. Oktober 2023 ist es 375 Jahre her, dass der Westfälische Frieden in Münster besiegelt wurde. Auf diesem Frieden haben sich die hier lebenden Menschen aber nicht ausgeruht. Die Vergangenheit hat gezeigt, wenn Verwaltung, Politik, Organisationen und Zivilgesellschaft stark zusammenrücken, im Dialog bleiben, Transparenz, Vertrauen und Kooperationen schaffen, umso größer werden Eintracht und Frieden bewahrt und gefördert.
Der Kaktus Münster e.V. und das Internationale Kinderspielzeugmuseum Münster – M. Demirel Kulturstiftung bedanken sich an dieser Stelle herzlich für die über 45-jährige Zusammenarbeit mit vielen engagierten Akteur:innen der Verwaltung, Politik, MSOs, NGOs und Freiwilligen.

Eine kindgerechte Philosophie

– Münsteraner Botschafter auf Klaros-Philosophie-Festival in Izmir –

International renommierte Wissenschaftler:innen und Forscher:innen aus den Bereichen der  Philosophie-, Kultur- und Kunstwissenschaften kamen auf dem diesjährigen vier-tägigen  Klaros Philosophie- und Kunstfestival in Izmir (Türkei) zusammen. Es gilt als das größte Philosophie-Symposium der Türkei. Die Organisator:innen dieses wissenschaftlichen Events Dr. Osman Sirkeci und Prof. Dr. Kamuran Ebayoğlu – Vorstandsmitglieder der Klaros Philosophie Akademie –  zeigten sich begeistert über die rege Teilnahme vor allem auch von Forscher:innen und Kulturschaffenden aus aller Welt – so auch auf Einladung über die Teilnahme des Münsteraner Autoren, Gründers des Radio Kaktus Münster e.V. und des Internationalen Kinderspielzeugmuseums Münster (IKMünster) Molla Demirel. Sein Vortrag über kindgerechte philosophisch-pädagogische Erziehungs- und Bildungsmethoden gab einen wertvollen Einblick in seine über 50-jährige Erfahrung als Autor und Sozialpädagoge in Deutschland und der Türkei.  Zu den Besuchenden gehörten auch zahlreiche Eltern mit ihren Kindern und Schülerschaften. Zwischen den Vorträgen traten die Teilnehmenden und Besuchenden in einen regen Austausch. Alle teilnehmenden Wissenschaftler:innen und Forscher:innen erhielten eine geprägte Dankesmünze als Andenken an das gelungene Festival. M. Demirel wurde zudem die Ehre zuteil als Mitbegründer des AYTG (Verband türkeistämmiger Autor:innen in Europa) Kemal Yalcin – internationaler Autor und Lehrer  – im Beiwohnen von über 300 Gästen aus aller Welt für sein Engagement durch seine friedensstiftenden Werke symbolisch mit einer goldenen Kürbislampe für eine die erhellenden Erkenntnisse auszuzeichnen.

Zeitloser Klassiker im Museum

„Die Vergangenheit muss einen Platz finden, und den haben Sie hier“, so erkennt es Michael Schnitzler aus Werne bei einem Besuch im Internationalen Kinderspielzeugmuseum Münster. Er und seine Frau Elisabeth Schnitzler, beide ehemals als Lehrende an Schulen tätig, wissen ihre gespendeten Baukästen der Marke Märklin aus den 50er Jahren bei der M. Demirel Kulturstiftung in guten Händen. Von der liebevollen Aufbewahrung alter Schätze konnten sie sich bei einem Rundgang durch das Museum und im Gespräch mit ehrenamtlichen Unterstützern selbst überzeugen. Dass sie damals große Fans des Bauens waren, zeigt auch eindrücklich ein mitgebrachtes Plakat aus dem Museum für Kunst und Kulturgeschichte Dortmund, wo man sich 1999 in einer Sonderausstellung ganz diesem Handwerk widmete. Ob mithilfe der beiliegenden Anleitung oder ganz frei der eigenen Kreativität folgend – Die Spielzeugspende wartet nun in Münster auf kleine und große Besucher:innen, die Lust auf’s Tüfteln haben. Infos: ikmuenster@gmx.de, 0251/ 6742432.

Kein Weg zu weit

Viele Spielzeugmuseen weltweit habe er mit seiner Frau schon besucht und für Neuentdeckungen seien sie immer zu haben, so Marcel Wijnands. Rund 160 km sind also gerne zurückgelegt vom kleinen Dorf Boven-Leeuwen in den Niederlanden, um die persönliche Liste an besichtigten Erinnerungsorten um das Internationale Kinderspielzeugmuseum Münster (IKMünster) zu erweitern. „Als wir beschlossen hatten unseren Urlaub in Deutschland zu machen, hatten wir Ihr Museum in Münster bald entdeckt“, meinte der Gast, der von Museumsstifter Molla Demirel begrüßt und durch die Ausstellung mit jahrzehntealten Kulturgütern geführt wurde. Obwohl die beiden Besuchenden, selbst begeisterte Spielzeugsammler:innen, aus direkter Nachbarschaft Deutschlands kommen, stellten sie beim Rundgang durch Generationen von Spielzeugexponaten an der ein oder anderen Stelle feine Unterschiede fest, etwa in der Aufbereitung von Kasperletheaterpuppen. Gleichzeitig erkannte man die universale Anziehungskraft von Spielen jeglicher Art, die Groß und Klein über Länder- und Altersgrenzen hinweg verzaubert. Ein Ort der gelebten und geförderten Vielfalt, die für das IKMünster so charakteristisch ist. Infos: ikmuenster@gmx.de, Tel: +49 (0)251 – 6742432.

Gemeinsam engagiert

Drei Monate lang heißt es wieder gemeinsam lernen, wirken und kreativ sein: Zum zweiten Mal sind der Radio Kaktus Münster e.V. und sein Kooperationspartner, das Internationale Kinderspielzeugmuseum Münster (IKMünster), Einsatzstellen für das kulturweit-Incoming-Programm. Deutschsprachige junge Menschen aus Kamerun, Kenia, Namibia, Ruanda, Tansania und Togo hospitieren über kulturweit bei verschiedenen Bildungsträgern und Kultureinrichtungen. Das internationale Bildungsprogramm der Deutschen UNESCO-Kommission, gefördert durch das Auswärtige Amt, bietet unter anderem Einblicke in Museen, Stiftungen, Hochschulen oder Kulturvereine. So freut sich in Münster auch das Eine-Welt-Netz NRW über Zuwachs. Die benachbarte Organisation besuchte mit ihrem Gast David Mselewa aus Tansania zum Auftakt die Lern- und Begegnungsorte im Verspoel, die in den kommenden Wochen in ihrer Kunst-, Kultur- und Medienarbeit von Alex Stephane Kiam Mbie aus Kamerun und Emmanuel Odhiambo Ooko aus Kenia unterstützt werden. Über gemeinsam organisierte Veranstaltungen sowie Kinder- und Jugendprojekte können sich Interessierte in den monatlichen Bürgerfunksendungen des Radio Kaktus sowie auf der Vereinswebsite und Social Media informieren.
Bildzeile: Mitarbeitende und Ehrenamtliche des Radio Kaktus Münster e.V., des Internationalen Kinderspielzeugmuseums Münster und des Eine-Welt-Netzes NRW mit den neu in Münster angekommenen kulturweit-Hospitanten
Foto: Felix Michaelis

Interkulturell, literarisch Reisen

Auf den ersten Blick – Ein kultureller Reisebericht in Form von Gedichten und Fotografien für den Frieden Kunst und Kultur sind Brückenbauer. Diese Philosophie lebt der Radio-Kaktus Münster e.V. in seiner täglichen Sozialen Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und Familien mit und ohne Migrationsvorgeschichte. Durch das aktive Mitwirken an medial begleiteten Kunstausstellungen, Lesungen, Konzerten und Interviews mit internationalen Kulturschaffenden erfahren bei dem freien Träger der Kinder- und Jugendhilfe schon die Jüngsten den Mehrwert des interkulturellen Austauschs und bauen vielseitige Kompetenzen aus.

Ziel eines neuen mehrsprachigen Buchprojekts des Kaktus-Geschäftsführers und Autoren Molla Demirel ist erneut die Vermittlung interkultureller Perspektiven. Inspiriert durch den Besuch der Grabstätte Nâzım Hikmets in Moskau, eines der bedeutendsten Dichter der türkischen Literatur, verfasste Demirel Gedichte im Kontext von Frieden und Freiheit, die er an der Seite zahlreicher eigener Fotografien nun veröffentlicht hat. Der thematische Schwerpunkt des Bandes „Auf den ersten Blick“ sowie der Zeitpunkt der Veröffentlichung sind dabei nicht willkürlich gewählt: 2022 war das Jahr des 120. Jubiläums Nâzım Hikmets. Der Schriftsteller wurde mehrmals ungerechtfertigt als Volksverhetzer inhaftiert. Hinter Gittern, ohne zu wissen, wie lange seine Gefangenschaft dauern wird, verfasste er Gedichte. Später musste er ins Exil nach Moskau gehen, weil er den Kriegsdienst verweigerte. Dafür wurde ihm die türkische Staatsbürgerschaft entzogen, die er erst posthum zurückerlangte. Weiterlesen

Schauraum Münster

Es war bei uns wieder einiges los! Wir waren wieder beim jährlichen Schaufensterradio dabei. Unsere Sendung der ganz anderen Art wurde von der Kaktus-Koordinatorin und der Kaktus-Nachwuchs-Redakteurin Theresa Boland mit viel Neugierde und Spaß moderiert. Die beiden sind über verschiedenste Themen in den Austausch gekommen, wie Frieden, Deutsch/Türkische Gedichte, den Bürgerfunk in der heutigen Zeit, Freiwilligendienste im Ausland, eure Lieblingsorte in Münster und noch vieles mehr.Ein riesen Dankeschön nochmal für die Engagierten des Schaufensterradios wie dem Medienforum Münster e.V. und Radio Q!  Auch das Internationale Kinderspielzeugmuseum – die Molla Demirel Kulturstiftung – hatte seine Türen im Rahmen der Nacht der Museen für hunderte Besucher:innen geöffnet und bot  eine Reise in die drei Jahrhunderte Kinderspielzeuggeschichte. Das Museum ist ein Ort, an dem Jung und Alt unterschiedlichste Aktivitäten genießen, zusammen lernen und unvergessliche Erinnerungen schaffen können. Einige unsere kleinen Besucher:innen haben an einem Origami-Workshop teilgenommen und konnten sich dabei kreativ ausleben. Falls ihr auch Interesse habt das internationale Spielzeugmuseum zu besuchen, kommt gerne vorbei! Unsere Öffnungszeiten sind von Montag bis Freitag ab 10:00 bis 16:00Uhr.

Frieden finden

Gestern haben wir Besuch vom Theater Saurüssel bekommen. Im Interview mit den Regisseuren Klaus-Dieter Hedwig und Manfred Kerklau durften wir vorab schon mal Einiges über ihr diesjähriges Theaterstück erfahren. Vielleicht hat der eine oder die andere von euch die Aufführungen vor zwei Jahren zum Thema: „Auf zum Horizont“ miterleben können. Dieses Jahr ist es endlich wieder soweit. Vor dem St. Paulus Dom werden in einem Gerüst von 12m Höhe 24 verschiedene Felder bespielt. Über allem steht die Frage: „Wie finde ich zum Frieden in mir und in der Welt?“ Auch drei der Schauspieler:innen saßen bei uns im Studio und berichteten im Interview über ihren ganz persönlichen Zugang zum Thema Frieden und wie sie in der halbstündigen Performance die Zuschauer:innen zum Staunen und gemeinsamen Sehnen nach Frieden verzaubern wollen. Weiterlesen

Austausch ohne Worte

Kultur kennt vielfältige Sprachen. Das hat ein Besuch beim Internationalen Kinderspielzeugmuseum Münster und seinem Kooperationspartner, dem Radio Kaktus Münster e.V., kürzlich gezeigt: Zwei Gruppen teilweise taubstummer Erwachsener und Kinder aus der Ukraine haben begeistert die Geschichten der verschiedenen Spielzeuge aus den vergangenen Jahrhunderten kennengelernt. Besonders unter die Lupe genommen wurden diese von den kleinen Besucher:innen. Interessiert tauschten sich die Gäste mit Gebärdensprache über die vielfältigen Eindrücke aus. Anschließend fand noch ein gemeinsames Miteinander statt, bei dem die Mitarbeitenden einige Wörter der Gebärdensprache lernen konnten. Weiterlesen