Solidarität statt Vorurteile

Sachbeschädigungen, Beleidigungen, Drohungen und Angriffe gegenüber russlandstämmigen oder vermeintlich russlandstämmigen Menschen nehmen zu, dies stellen unter anderem die russische Botschaft in Berlin und mehrere deutsche Innenministerien seit Ausbruch des Kriegs in der Ukraine fest. So auch der Kaktus Münster e.V., der verstärkt Anfragen im Rahmen seiner Sozialen Arbeit erhält von Menschen, die Hassbriefe erhalten, Schüler:innen, Kinder und Jugendliche, die hier geboren sind und gemeinsam aufwachsen, die gemobbt werden und sich nicht mehr in die Schule trauen. Die Konten zahlreicher russischer Staatsbürger:innen funktionieren nicht mehr wie gewohnt. Wie sollen diese arbeitenden Menschen ihre Familien versorgen, wie ihren Kindern Essen auf den Tisch bereitstellen und ihre Miete zahlen? Wie sollen so generationsübergreifende Feindschaften und sich weiter verhärtende Vorurteile, insbesondere bei Kindern und Jugendlichen, abgebaut werden in Münster, in Deutschland, weltweit? Wir bedrohen Existenzen vieler schon sowieso strukturell benachteiligter Menschen. Der Krieg fügt der Armut noch mehr Armut hinzu. Und die unmittelbar vom Krieg betroffenen Kinder erhalten als Unterstützung zwei tausend Panzerfäuste aus Deutschland. Diese Panzerfäuste werden keine Blumen abfeuern, sie werden das Leid unwiderruflich vergrößern. Wir müssen humanitäre Hilfe leisten und nicht noch mehr Benzin in das Feuer schütten. Weiterlesen

Wie Frieden wahren?

Was können wir sozial- und kulturpolitisch gemeinsam bewegen, um Münster als Friedensstadt gegen Fremdenfeindlichkeit insbesondere in der derzeitigen weltpolitischen Lage zu wahren? Das sind Fragen, die die Mitarbeitenden des Radio-Kaktus Münster e.V. derzeit beschäftigen und über die der Verein mit Thomas Kollmann (SPD) und Wendela-Beate Vilhjalmsson (Bürgermeisterin a. D.) ins Gespräch kam.  Der Landtagskandidat für Münster, Havixbeck und Nottuln und die Schirmherrin des Internationalen Kinderspielzeugmuseums Münster besuchten das Team in den Museumsräumlichkeiten in Münsters Innenstadt und verschafften sich gleichzeitig einen Überblick über die stetig wachsende interkulturelle und internationale Spielzeugausstellung. Weiterlesen

Auszeichnung für Autor

Kemal Yalçın, dessen Bücher erst kürzlich in der Library of Congress – New York als friedensstiftendes Kulturgut aufgenommen worden sind, setzt sich nicht nur international für Kunst und Literatur ein, sondern gerade auch in Münster ist er als Kulturförderer aktiv. Bei einem Besuch des Radio-Kaktus Münster e.V. und seines Kooperationspartners, des Internationalen Kinderspielzeugmuseums Münster, hob Kaktus-Geschäftsführer und Museumsstifter Molla Demirel das Engagement des Schriftstellers würdigend hervor. Nach der Lesung aus seinem Buch „Die anvertraute Mitgift“, dokumentarisch festgehalten durch die Filmregisseurin Gülsel Özkan, überreichten die Teams beider Institutionen Kemal Yalçın eine Anerkennungstafel für seinen literarischen Einsatz für Frieden und Verständigung. Sein Buch basiert auf wahren Begebenheiten und erzählt die Geschichte einer Aussteuer, die einer türkischen Familie von ihren griechischen Nachbarn vor deren Deportation in Verwahrung gegeben, von dieser aufbewahrt und schließlich 76 Jahre später nach langen Nachforschungen den rechtmäßigen Besitzern wieder zurückgegeben wurde. Weiterlesen

Für Frieden & Gleichberechtigung

Heute ist internationaler Weltfrauentag! Wir wünschen uns Frieden, Solidarität und Gleichberechtigung. Unsere Gedanken sind besonders bei den vom Krieg in der Ukraine und weltweit betroffenen Kindern, Frauen und Familien. Nie wieder Krieg! Mit den Worten des Schriftstellers Molla Demirel wünschen wir uns Frieden:

„Sag meine Rose,
sag mein Engel,
wieso leben die Menschen nicht
wie die Vögel und wie die Blumen
geschwisterlich zusammen…“

Für mehr Menschlichkeit!

Aus aktuellem, traurigen Anlass wünschen der Radio-Kaktus Münster e.V. und das Internationale Kinderspielzeugmuseum Münster e.V.  „Nie wieder Krieg“ und appellieren an die Menschlichkeit! Und in diesem Zuge soll das Gedicht „Nie wieder Krieg / Savasa Hayir“ des münsteraner Autoren Molla Demirel mahnen und Hoffnung spenden.

60 Jahre Migration

Ein Blick in den folgenden Buchtrailer zu einem historisch und gesellschaftlich relevanten Thema lohnt sich: https://www.youtube.com/watch?v=ZdUlDZkLTLo
60 Jahre ist es her, dass Arbeiter:innen aus der Türkei kamen, um das zerstörte Deutschland nach dem 2. Weltkrieg beim Wiederaufbau zu unterstützen.
Mit Koffern voller Hoffnungen, aber auch Ängsten verließen sie ihre Heimat und kamen in ein fremdes Land, das für viele Menschen Jahre später eine neue Heimat werden sollte. Was lässt sich rückblickend über die 60-jährige deutsch-türkische Einwanderungsgeschichte sagen? Eine Antwort darauf finden Sie im neuen Sammelband des Münsteraner Herausgebers Molla Demirel, in welchem die Geschichten der Gastarbeiter:innen aus Perspektiven von Wissenschaftler:innen, Künstler:innen und Literat:innen beleuchtet wird.

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Münsteraner Autor in Köln

Der Münsteraner Schriftsteller Molla Demirel und Prof. Dr. Kemal Bozay stellten kürzlich gemeinsam in Köln das Buch „Migration – Arbeit – Utopie“ vor. Der kürzlich erschienene Sammelband beleuchtet die 60-jährige Migrationsgeschichte von der Türkei nach Deutschland, mit Perspektiven aus Wissenschaft, Kunst und Literatur. Organisiert wurde die Buchpräsentation vom Kölner Verein InterKultur e.V.. Die Vorsitzende und Moderatorin Isılay Kaya-Karagöz und die Teilnehmer waren sich einig, dass dieses Buch zum friedlichen Zusammenleben verschiedener Kulturen beitragen werde. Die Teilnehmer Özgür M. Demirel, aus der 3. Generation der sogenannten Gastarbeitenden, und der Journalist Yücel Özdemir, der dem Prozess der NSU-Morde beigewohnt hat, erklärten, warum sie in dieses Buch aufgenommen wurden und welche Bedeutung diese Arbeit für sie hat . Weiterlesen

Generation der Farben

Mit einem vielseitigen Kulturprogramm haben der Radio-Kaktus Münster e.V. und seine Kooperationspartner, das Internationale Kinderspielzeugmuseum Münster und das Kommunale Integrationszentrum Münster, zum Jahresende ein Zusammenkommen auf die Beine gestellt, bei dem die Vielfalt der Kunst sowie der Kunst- und Kulturschaffenden im Mittelpunkt stand. Jugendliche aus dem Kaktus-Projekt „Bewegende Jugend“ stellten eigene Werke aus, gestalteten ein musikalisches Begleitprogramm und organisierten eine mehrsprachige Lesung über den Weltliteraten Nazim Hikmet. Den Reichtum an Kulturen in Münster zu fördern und weiterzuentwickeln sei ein zentraler Bestandteil nicht nur der Sozialen Arbeit des Kaktus Münster e.V., sondern auch des Migrationsleitbildes unserer Stadt, so die Leiterin des Kommunalen Integrationszentrums, Dr. Ipek Wiesmann. Sie begrüßte die Gäste am Kaktus-Kulturabend und stellte bei Ihrer Eröffnungsrede heraus, was das gemeinsame Gerüst unserer Stadtgesellschaft bildet. Wie können wir gerechter und in Vielfalt miteinander leben? Weiterlesen

Kaktus Buchempfehlung

Kaktus Münster e.V. blickt auf eine langjährige, wertschätzende und erfolgreiche Kooperation mit der Primusschule Münster, insbesondere durch die Unterstützung des Schulleiters und Lehrers Reinhard Stähling sowie der Lehrerin und Sonderpädagogin Barbara Wenders. Nun haben diese beiden Ausnahme-Lehrer:innen ein gemeinsames Buch unter dem Titel „Worin unsere Stärke besteht. Eine inklusive Modellschule im sozialen Brennpunkt“ herausgebracht: „Trotz aller Bemühungen um Teilhabe ist die schulische Realität immer noch stark dominiert von
Benachteiligung und Ausgrenzung. Insbesondere bei Kindern mit Armutserfahrung und Migrationsvorgeschichte geraten häufig eigene Stärken und die Lernmotivation aus dem Blickfeld. Weiterlesen

Migration – Arbeit – Utopie

60 Jahre liegt das Anwerbeabkommen zwischen Deutschland und der Türkei mittlerweile zurück. Das kürzlich von Molla Demirel herausgegebene  Buch „Migration – Arbeit – Utopie / 60 Jahre Einwanderungsgeschichte Türkei – Europa /Perspektiven aus Wissenschaft, Kunst und Literatur“, vereint Perspektiven von über 20 Autoren und Autorinnen mit Migrationsvorgeschichte, die zu diesem Jubiläum Beiträge aus Wissenschaft, Kunst und Literatur teilen. Derzeit ist es neben der deutschen Fassung, auch auf Türkisch erhältlich. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf den sozialen, wirtschaftlichen und politischen Dimensionen der Ankunft der damaligen „Gastarbeiter:innen.“ Mit welchen Wünschen und Hoffnungen machten sich die Menschen auf, ihr Land zu verlassen, um in Deutschland und anderen europäischen Ländern zu arbeiten und – anders als zuvor von ihnen angedacht – auch langfristig eine neue Heimat zu finden. Welche Hoffnungen sind Realität geworden? Aber auch: Welche Rückschläge haben sich in der Migrationsgeschichte ereignet? Inwiefern ist die Geschichte der Einwanderung auch eine Geschichte des Rassismus und des rechten Terrors? Weiterlesen