„Wenn die Welt schweigt …“

Literaturabend in Mönchengladbach: Drei Autoren, drei Perspektiven und eine gemeinsame Botschaft

Mönchengladbach. Ein Abend voller Literatur, kultureller Vielfalt und eindringlicher Worte: Unter dem Titel „Wenn die Welt schweigt …“ trafen sich in der Buchhandlung Degenhardt drei Schriftsteller und Künstler zu einer gemeinsamen Lesung. Mit dabei waren Molla Demirel, Zaira Aminova und Jan Michaelis. Durch den Abend führte der Schriftsteller Dirk Hegmanns. Die Veranstaltung verband unterschiedliche literarische Perspektiven mit aktuellen gesellschaftlichen Themen. Demokratie, Migration, kulturelle Vielfalt, Krieg, Frieden und die Frage nach der Verantwortung des Einzelnen standen im Mittelpunkt.

Molla Demirel: Worte gegen den Krieg

Der Münsteraner Schriftsteller und Dichter Molla Demirel stellte sein deutschsprachiges Buch „Demokratie in einer pluralistischen Gesellschaft“ vor. Demirel stammt aus der Türkei und lebt seit 54 Jahren in Münster. In seinem Buch setzt er sich mit Demokratie, Migration und kultureller Vielfalt auseinander und bringt dabei Stimmen aus Wissenschaft, Politik, Bildung und Kultur zusammen. Seine Lesung war zugleich ein eindringliches Plädoyer für Frieden und Menschlichkeit. Mit seinen Antikriegs- und Liebesgedichten thematisierte Demirel das Leid der Menschen und insbesondere das Schicksal von Kindern, die unter Krieg und Armut leiden.

„Sagt mir,
wer ist der Gewinner dieses Krieges,
wenn die Menschheit der Verlierer ist?“

Mit diesen Worten stellte der Autor die Frage nach dem Sinn von Krieg und Gewalt. In einem weiteren Gedicht wird die Rose zum Symbol für verlorenes Leben und zerstörte Hoffnung.

Zaira Aminova: Poesie als Gegenentwurf

Die in Russland geborene Dichterin, Künstlerin und Komponistin Zaira Aminova, die heute in Mönchengladbach lebt, stellte ebenfalls eigene Gedichte vor. Ihre Texte setzen sich mit den Ängsten und Unsicherheiten der Gegenwart auseinander. Krieg und Armut begegnet Aminova in ihrer Lyrik mit Liebe, Schönheit und Menschlichkeit. Ihre Gedichte zeigen persönliche Gefühle und zugleich die Sehnsucht nach einer friedlicheren Welt.

Jan Michaelis: Kriminalgeschichte mit lokalem Bezug

Einen anderen literarischen Akzent setzte Jan Michaelis. Er präsentierte seinen im Engelsdorfer Verlag erschienenen Kriminalroman „Mord in Mönchengladbach“ und las daraus einige Passagen. Im Mittelpunkt steht Kommissar Eddi Kulmbacher, der gemeinsam mit Kommissarin Stefanie Özdemir einen geplanten Mord verhindern muss. Die letzten 48 Stunden im Leben des Opfers führen die Leser durch die Straßen Mönchengladbachs. Dabei wird die Stadt selbst zu einem wichtigen Bestandteil der Geschichte. Der Kriminalroman verbindet Spannung mit einem starken regionalen Bezug.

Drei Autoren, eine gemeinsame Hoffnung

Trotz ihrer unterschiedlichen Herkunft, Erfahrungen und literarischen Ausdrucksformen verband die drei Autoren an diesem Abend eine gemeinsame Botschaft: die Hoffnung auf eine Welt ohne Krieg und auf ein friedliches Zusammenleben der Menschen. Der Literaturabend zeigte zugleich, welche Rolle kulturelle Begegnungen für eine vielfältige Gesellschaft spielen können. Unterschiedliche Lebensgeschichten und Perspektiven wurden nicht als Trennendes, sondern als Bereicherung verstanden. Zum Abschluss dankten die Autorinnen und Autoren dem Kulturamt der Stadt Mönchengladbach und der Buchhandlung Degenhardt für die Organisation und die Möglichkeit, ihre Literatur einem interessierten Publikum vorzustellen.

Ein Abend, an dem Literatur nicht nur gelesen, sondern auch als Stimme für Frieden, Menschlichkeit und kulturelle Verständigung verstanden wurde.