Stimmen der Herkunft – Eine Kulturveranstaltung

Am Samstag, 21. Februar, wurde das Stadtweinhaus Münster zum Ort der Sprachenvielfalt und kulturellen Begegnung. Anlässlich des Internationalen Tages der Muttersprache hatten das Kommunale Integrationszentrum und Radio-Kaktus Münster e.V. zur Veranstaltung „Stimmen der Herkunft“ eingeladen. Ziel des Abends war es, deutlich zu machen, dass Sprache weit mehr ist als ein bloßes Kommunikationsmittel – sie ist Identität, Erinnerung und gesellschaftliche Teilhabe. Im Mittelpunkt stand die Ehrenauszeichnung des Journalisten und Dokumentarfilmers Osman Okkan, der für sein jahrzehntelanges Engagement im interkulturellen Dialog gewürdigt wurde.

 

 

Musikalisch begleitet wurde der Abend von internationalen Beiträgen:

Das Duo Contraviento interpretierte lateinamerikanische Literatur musikalisch und brachte eigene Kompositionen ein. Die Gruppe Delnavasan präsentierte persische Klänge, während die Musikerin Lorin Leylim Göze Lieder auf Türkisch und Kurdisch sang. So spiegelte bereits das Programm die kulturelle Vielfalt wider, die im Zentrum der Veranstaltung stand.

 

Inhaltlich wurde der Abend durch mehrere Redebeiträge gerahmt. Frau Natalja Vaas eröffnete die Veranstaltung und betonte die politische Dimension des Internationalen Tages der Muttersprache. Im Anschluss sprach die Leiterin des Amtes für Migration und Integration, Helga Sonntag, über die gesellschaftliche Verantwortung von Kommunen im Umgang mit Mehrsprachigkeit.

 

 

 

 

 

Statt einzelner Vorträge setzte der weitere Verlauf bewusst auf Dialog. In einer Gesprächsrunde diskutierten Dr. Michael J. Rainer, Vorsitzender von Radio-Kaktus Münster, Joachim Sommer, ehemaliger Leiter des Internationalen Zentrums „Die Brücke“, und der Ehrengast Osman Okkan über ihre Perspektiven auf Muttersprache und Mehrsprachigkeit.

Den Höhepunkt der Veranstaltung bildete die Ehrung Okkans. Eingeleitet wurde sie durch einen Redebeitrag von Molla Demirel, der in seiner Ansprache betonte: „Integration beginnt nicht mit dem Vergessen der eigenen Sprache. Sie beginnt mit ihrer Anerkennung.“ Ein anschließender Kurzfilm zeichnete Okkans Lebensweg und Wirken nach, bevor Frau Lutz die Urkunde verlas und Joachim Sommer den Ehrenpreis überreichte. In seiner Laudatio würdigte Sommer insbesondere Okkans beharrliches Eintreten für Verständigung und Dialog zwischen Kulturen.

Mit langanhaltendem Applaus reagierte das Publikum auf die Auszeichnung. Beim anschließenden Beisammensein kamen die Gäste ins Gespräch – einige, wie Okkan selbst anmerkte, nach Jahrzehnten erstmals wieder. So wurde auch über das offizielle Programm hinaus deutlich, was die Veranstaltung erreichen wollte: Stimmen der Herkunft hörbar machen und Begegnung ermöglichen.